Meer als ein Traum

Unser Segeltörn an der Lykischen Küste führte uns zu einsamen Buchten, verträumten Küstendörfern und antiken Ruinen.

 

Die Südtürkei ist bekannt für sommerliches Wetter, moderaten Wind und warmes Wasser bis Ende Oktober. Also ideale Voraussetzungen, um mit kleiner Crew, die Segelsaison abzuschließen und Energie für die dunkle Jahreszeit aufzutanken. 

 

 

Unser Flug führte uns in den frühen Morgenstunden von Köln-Bonn nach Dalaman. Dort wurden wir bereits von unserem Fahrer erwartet, der uns nach ca. 30 Minuten Transfer in der Marina Göcek absetzte.

 

Das Charter-Briefing hatten wir gegen Mittag abgeschlossen, sodass ausreichend Zeit für einen Mittagssnack und die Proviantierung blieb. Den Abend ließen wir in einem tollen Fisch-Restaurant ausklingen.

 

Der Muezzin holte uns am nächsten Morgen zu einer recht ungewohnten Zeit aus den Kojen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der obligatorischen Schiff- und Sicherheitseinweisung hieß es „Klar zum Ablegen“.

 

 

Langsam glitt unsere Charteryacht „Solaia“, eine Beneteau Oceanis 40, hinaus aufs Meer. Aus den Lautsprechern röhrte Rod Stewart „I am sailing“. In der Ferne verschwanden die Häuser von Göcek im Dunst eines warmen Spätsommertages. Über uns ein weiter Himmel, unter uns das tiefblaue Mittelmeer und vor uns der Golf von Göcek mit seinen unzähligen Inseln und einsamen Buchten. „Schön“, seufzte ein Crewmitglied und niemand widersprach.

 

“Blaue Reise“ taufte der türkische Schriftsteller, Journalist und Dissident Cevat Sakir vor mehr als 50 Jahren Touren wie die unsrige. Gemächlich bummelten wir von Bucht zu Bucht und gingen vor Anker, wo es besonders schön ist. Vor der karstig-kantigen Gemiler-Insel etwa, wo man zahlreiche Ruinen aus er byzantinischen Zeit besichtigen kann.

 

 

Oder in der Bedri-Rahmi-Bucht, benannt nach dem Maler, der bei seinem Besuch in der Bucht Anfang der 70er Jahre einen Felsbrocken mit einem heute noch erhaltenen Fischbild verzierte.

 

Schon vor dem Frühstück sprangen wir von Bord in glasklares Wasser und umkreisten lachend unsere Yacht. Stellenweise ist das Meer hier mehr als 100 m tief, was sich nicht nennenswert auf die Wassertemperatur auswirkte.

 

Die Anlegemöglichkeiten in den bewirtschafteten Buchten sind zum Teil etwas rustikal, aber dennoch sicher - das zählt.

 

 

In der supermodernen Marina Fethije füllten wir unsere Wassertanks, Batterien und Vorräte auf, obwohl dies nicht unbedingt notwendig war.

 

Der Wind kommt hier erst gegen Mittag in Fahrt. Entsprechend spät konnten wir die Segel setzen. Das Hissen der Segel war für alle Crewmitglieder jedes Mal aufs Neue ein erhabenes Gefühl.

 

 

Nicht immer reichte der Wind jedoch aus, die geplante Reiseroute zu bewältigen; so mussten wir zum allgemeinen Bedauern auch hin und wieder auf Motorkraft setzen oder kurzerhand die Törnplanung ändern.

 

 

Der Erholung tat dies keinen Abbruch. Sonnensatt und tiefenentspannt liefen wir nach einer Woche wieder in unseren Ausgangshafen Göcek ein – bereit für neue Herausforderungen.