► Kochen an Bord – ein besonderes Kapitel der Seemannschaft

Zur Zeit der Berufssegelei war der Koch (Smutje) meist der ärmste Wicht an Bord. Er wurde von der Crew gehänselt und war während der ganzen Reise eingesperrt in seiner von Fett und Öl triefenden Kombüse. Mit der Einführung der "Lust-Seefahrt" ist – Rasmus sei Dank – Bewegung in die Sozialstruktur an Bord der Yachties gekommen. Der Kapitän (Skipper) ist zwar immer noch der Boss an Bord, aber wie weit ist es mit ihm gekommen? Wo ist das Wissen und Können geblieben, das ihm über Jahrhunderte seine unangefochtene Position garantierte?

 

Navi-Computer, elektronische Wetterkarten, elektronische Instrumente für alle nur erdenklichen Faktoren haben die Mystik des Kapitäns entlarvt und ihn – um eine nach Meuterei riechende Theorie aufzustellen – fast überflüssig gemacht. Natürlich wollen wir auch heute noch, dass wir einen Skipper an Bord haben – einer muss ja die Verantwortung tragen und die Hafengebühren bezahlen.

 

Ganz anders ist die historische Karriere des „tranigen Löffels“, wie der Smutje oft genannt wurde, verlaufen. In Höchstform bietet er heute unvergessliche und kulinarische Stunden in Salon und Cockpit. „Good food and plenty of it" hat einmal ein englischer Segelsoziologe gesagt „that’s what sailing is all about“. Ein guter Koch also garantiert eine glückliche Segel-Reise !

 

Wer heute eine Yacht chartert und viel Geld für Kojen und eine schwimmende Kombüse (Pantry) mit Mast zahlt, wird oft unangenehm überrascht sein, wie spartanisch und unvollständig Bordküchen mitunter ausgerüstet sein können. Die Pfanne hat eine zerkratzte Teflon-Beschichtung, die Küchenmesser haben offensichtlich schon als Schraubenzieher gearbeitet und der Korkenzieher ist eine Beleidigung für unseren „Chateau Latour“. Der Herd hat zwar vier Flammen, aber es passen gleichzeitig nicht einmal zwei Pfannen oder Töpfe auf den Herd – und das bei 6 bis 8 Mitseglern. Der erfahrene Chartergast hilft sich da selbst, indem er seine eigene Pantrybox mit an Bord bringt.

 

Wenn ihr einen Törn plant, kopiert doch schon vorher Rezepte aus Zeitschriften oder Koch-Büchern. Die Gerichte schon vor Törnbeginn ausprobiert werden und ihr habt genialer Weise schon im Voraus eine perfekte Einkaufsliste für den Supermarkt. Klebt die Einkaufsliste mit etwas Klebeband an ein Schapp und wenn ihr dann die verbrauchten Lebensmittel ausstreicht, habt ihr eine übersichtliche Liste der noch vorhandenen Vorräte.

 

Meine Pantrybox:

 

•   Ersatzkorkenzieher

•   Knoblauchpresse

•   Küchenmesser

•   Fleischmesser

•   Schere

•   Käsereibe

•   Schneebesen

•   Eieruhr

•   Pfeffermühle

•   Holzspachtel

•   Satz Grundgewürze

•   Topfhandschuhe

•   div. verschließbare Plastikbehälter

•   Thermo-Einkaufstasche

•   Alu-/Frischhaltefolie

► Buchempfehlung: "Der Koch ist Kapitän"

 

 

Das wohl schönste Segler-Kochbuch in der farbigen Geschenkdose, die als zusätzliches “Bonbon” einen Topflappen bietet.

 

Ob an Bord einer Motoryacht auf Binnentörn oder auf einer Hochseeyacht auf Blauwasserfahrt – Gerichte nach diesen Rezepten verwöhnen den Gaumen der Crew. Was an Bord schmeckt, mundet ja erst recht zu Hause! Landratten und Hobbyköche, die nicht alltägliche Gerichte lieben, werden ebenfalls ihre Freude haben: Fische und Meerestiere, Fleisch und Geflügel, Brot und Kuchen, Gemüse und Desserts und natürlich ungewöhliche Drinks (für die Gesundheit) garantieren höchste Gaumenfreuden. Für Seekranke wird selbstverständlich auch gesorgt, und sollte eine holde Seejungfrau an Bord steigen, gibt das Buch nützliche Tipps, wie das schöne Wesen an Bord zu halten ist...

 

ISBN 978-3-922117-59-9

 

Immer drei Fingerbreit Rum im Glas