25.04.2015 - Adieu Tristesse

 

Wir verlassen das verregnte Deutschland Richtung Paris CDG. Der Shuttle nach Paris Orly war sehr aufwändig, weil wir uns nach der Gepäckaufnahme zunächst ein Busticket beschaffen mussten und die Wege an den Flughäfen ziemlich lang waren. Allein die Busfahrt quer durch Paris hat über eine Stunde gedauert und ein wenig an den Nerven der Crew gezerrt. Vermutlich wäre die Anreise mit dem Thalys doch die bessere Alternative gewesen.

 

Der Transatlantikflug nach Martinique FDF war für alle ziemlich anstrengend. Die, selbst für mich, enge Bestuhlung ließ sich nur durch die gute französische Bordverpflegung ausgleichen ("savoir vivre").

 

Wir landeten pünktlich und die Einreiseformalitäten verliefen problemlos, da wir uns ja immer noch in Frankreich befanden. Zwischenzeitlich war es ca. 22.30 Uhr (MESZ).

 

Der Shuttleservice zur Marina Le Marin war perfekt organisiert.

 

Wir wurden vom Basispersonal des Vercharterers sehr freundlich und zuvorkommend empfangen; das Einchecken verlief routiniert.

 

Das Schiff machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Aufgrund der leichten Schwüle emfpanden wir die Klimaanlage als besonders wohltuend.

 

Nachdem wir uns mit "Starterpaket" des Vercharterers gestärkt (hier war Klaus in seinem Element) und uns an Bord eingerichtet hatten, ging es zum Abendessen in ein typisch karibisches Restaurant. 

 

Nach einem kurzen Absacker in der Marina-Bar war es endlich Zeit für die Koje. Unsere Bordzeit war mittlerweile 22 Uhr (EST); dies entsprach 4 Uhr (MESZ). Wir waren also mittlerweile seit gut 24 Stunden auf den Beinen und hatten die Nachtruhe mehr als verdient.

 

 


26.04.2015 -  Bonjour ma Vie

Gegen 6 Uhr Bordzeit sind die Lebensgeister wieder erwacht. Aus meinem Kabinenfenster hatte ich einen herrlichen Willkommens-Blick auf die Marina.

 

 

Es wurde zügig hell - typisch für die Karbik und ihre unmittelbare Nähe zum Äquator.

 

Frisch geduscht warten wir auf einen Kaffee, den Ingo bloß noch organisieren muss; Hunger hat noch niemand. Für die Uhrzeit (7.30 Uhr BZ) ist es schon ziemlich warm, aber angenehm genug, um sich mit Telefonaten nach Daheim, E-Mails und das Logbuch zu befassen.

 

Gegen 8.30 Uhr gingen die konkreten Vorbereitungen los - Schiffseinweisung, Proviantierung, Bunkern, Ausklarieren etc.

 

Alles verlief planmäßig. Während Frank, Swen und ich das Schiff übernahmen, wurden Ingo, Klaus und Reimund vom Supermarkt Carrefour abgeholt. Der Einkauf und der Shuttleservice waren sehr beeindruckend. Besonders stolz war ich auf meine Nachtsegelerlaubnis; Erfahrung zahlt sich halt aus.

 

Um 13.50 Uhr waren wir klar zum Auslaufen. Jetzt ging`s endlich los.

 

Der erste Schlag führte uns durch ein Bojenlabyrint zur Bucht St. Anne. Hier stand das Ankermanöver auf dem Trainingsplen. Es klappte alles auf Anhieb.

 

Die Törnplanung sah vor, dass die Zeit vor Anker für die Schiffs- und Sicherheitseinweisung und die Vorbereitung auf den Nachtschlag zu nutzen.

 

Nach der Wacheinteilung und den besonderen Erläuterungen zum Nachtsegeln zelebrierten unsere Smutjes Ingo und Klaus im Schweiße ihres Angesichts ein leckeres Abendessen - Garnelenpfanne Martinique.

 

Ein wenig befremdlich war allerdings, dass Klaus freiwillig auf seine Portion verzichtete.

 

Kurz vor einsetzender Dunkelheit ging der Anker auf und die Segel wurden gesetzt. Es ging nun auf Südkurs Rchtung Bequia in den Grenadines.

 


27.04.2015 - Passatsegeln vom Feinsten

 

 

Der Nachttörn verlief erwartungsgemäß ruhig. Mit unserer Wacheinteilung war es der Crew möglich, 6 Stunden zu ruhen. Ich hatte meinen eigenen "Ruhe- und Wachrhythmus".

 

Zum Ende der Nachtfahrt hatte uns die Strömung bei St. Vincent ziemlich versetzt.

 

Bei der Ansteuerung von Bequia mussten wir gegenan bei 25 kn - in Böen 30 kn. Die Admirals Bay war gut besucht, aber nicht überbelegt.

 

Ein freundlicher "Mooring-Boy" lotste uns tief in die Bucht zu einer gut schützten Mooringboje - Gebühr 60 EC$. Gegen 13.30 Uhr waren wir an der Boje fest.

 

Durch Abtauchen hatte ich mich davon überzeugt, dass das Mooringgeschirr auch wirklich in gutem Zustand war.

 

Der Rastafari war sehr bemüht und verdingte sich auch als Taxifahrer zur Einklarierung. Mit unserem untermotorisierten Dingi hätten wir bei den herrrschenden Windverhältnisse keine Chance gehabt. Der erste Weg an Land  führte Zahlmeister Reimund und mich zur vollklimatisierten Bank. Die Öffnungszeiten sind von 8 - 14 Uhr, freitags von 8 - 17 Uhr. Man muss halt viel Geduld mitbringen.

 

Anschließend ging`s zu "Immigrations & Customs". Meine bereits zuhause veranlasste Online-Registrierung über "sailclear" sagte den Beamten nichts - Einklarierungsgebühr 335 EC$. Ansonsten verlief alles problemlos.

 

 

Unser neuer Freund holte die Crew gegen 19 Uhr zum Abendessen ab - Mac`s Pizza ist eine gute Empfehlung, es gibt aber auch andere.

 


28.04.2015 - Hot Ride zum "Horse Shoe Reef"

Schöne und schnelle Tagesetappe von Bequia zu den Tobago Cays - wir sind im Schnitt 8,5 kn gelaufen und das mit dem 1. Reff.

 

Um 12.30 Uhr Bordzeit hieß es dann "welcome to paradise".

 

 

Die ersten Stunden verbrachten wir mit Schnorcheln und wurden dabei von sehr freundlichen Ureinwohnern begrüßt

 

 

Um 17.30 Uhr ging`s mit dem Dingi zum Lobster-Dinner

 

 


29.04.2015 - Schon wieder essen

Zum Frühstück gab`s endlich Rührei mit Speck à la Ingo & Klaus.

 

Unsere Schnorchelexkursionen waren diesmal etwas ausgedehnter - Turteles und bunte Fische satt.

 

 

 


30.04.2015 - Mayreau

Wir haben uns gestern noch vom Horseshoe Reef in die Salt Whistle Bay verlagert und dabei sage und schreibe 5 sm zurückgelegt - bloß kein Stress.

 

 


01.05.2015 - Tag der Arbeit

Bei stabilem Wind mit 4 Bft aus ESE schafften wir die Etappe nach Union Island mit einer Fahrt von 8,5 kn schneller als erwartet.

 

Auf dem Weg wurden wir mit den typischen Klischees bedient - echt unangenehm.

 

 

 

Zum Abendbrot gab`s Bonito (kleiner Thunfisch).

 

 


02.05.2015 - Fluch der Karibik

Auf dem Weg nach St. Lucia statteten wir einem der Original-Drehorte (Wallilabou Bay) einen Besuch ab ...

 

 

... bevor wir in ein "Hurrican Hole" - die Marigot Bay - einliefen, die als Filmkulisse für "Dr. Dolittle" herhalten musste,

 

 

wo wir mit einem grandiosen karibischen Sonnenuntergang verwöhnt wurden.

 


03.05.2015 - Kurs Martinique

Die Nacht war schwül und laut. Die Mosquitos hatten ihren Spaß. Zur Aufmunterung zelebrierten die Smutjes Bratkartoffeln mit Speck zum Frühstück.

 

Außerdem brauchten wir für die Schlussetappe eine gescheite Grundlage.

 

Und auf wen treffen wir in Le Marin/Martinique?

 

 

Richtig - die Familie Geiss, wie sie leibt und lebt, auf ihrer "Indigo Star"


04.05.2015 - Adieu West Indies

Ein in jeder Hinsicht wiederholungswerter Segeltörn geht leider schon zu Ende.

 

 

Darauf einen (vorerst) letzten Tie Punch ;-)

 

 

Dank an meine Crew, die einen nicht unerheblichen Anteil am guten Gelingen hatte ...

 

... und immer eine Handbreit Rum im Glas ;-)